Der defensive Topspin Return – Tennis Technik – all about tennis


Hallo liebe Tennis Fans. Hier ist wieder euer Markus von All about Tennis. Nachdem ich in letzter Zeit doch immer wieder Zuschriften
über YouTube bekommen habe, ich soll doch mal ein Video über den Return machen, ist
es jetzt soweit. Das ist mein erstes Video zum Return. Ich werde insgesamt drei machen,
denn man kann einen Aufschlag auf drei verschiedene Arten retournieren.
Die drei Arten wären: Einmal, man geht eben sehr weit zurück hinter
die Grundlinie, läuft den Aufschlag aus, und spielt ihn mit einem schönen langen Topspin
zurück. Man bleibt an der Grundlinie, nimmt den Aufschlag
praktisch früh, im Aufsteigen, und spielt ihn aber auch mit einem Topspin Schlag relativ
aggressiv dann eben zurück. Oder man bleibt an der Grundlinie und chipt
den Return nur ins Feld. D.h. das wäre dann praktisch eine Art Volleytechnik, die man
da spielt und nimmt eben hauptsächlich den Druck des auf Schlages mit.
Jede dieser Techniken hat Vorteile aber eben auch Nachteile und man muss eben sehen, was
man mit dem Return erreichen will und was einem besser liegt.
Bei diesem Video möchte ich jetzt erstmal nur auf die Variante eingehen, wo man eben
weit zurück geht und den Ball mit einem Topspin Schlag erstmal ins Spiel bringt. Hier kann
man ganz gut sehen, wie weit ich hinter der Grundlinie stehe. Ich nutze praktisch den
Platz bis zum Zaun komplett aus und habe dadurch Zeit mehrere kleine Schritte zum Ball zu machen,
was dadurch möglich ist, dass ich eben so weit hinten stehe. Dann rücke ich wieder
etwas auf nach dem relativ hohen langen Topspin Return, den ich spiele und habe aber trotzdem
gleich die Möglichkeit, den nächsten Ball zu umlaufen, da ich immer noch etwas weiter
hinter der Grundlinie stehe und Druck zu machen. Warum gehe ich weit zurück, was ist der Effekt
davon, oder was bringt mir das. Wenn ich weit zurückgehe, dann erkaufe ich mir dadurch
natürlich Zeit. Der Ball fliegt länger. Der Ball kommt auch wieder etwas herunter,
in eine angenehme Höhe und ich habe Zeit mich zum Ball zu bewegen und einen schönen
Topspin Schlag auszuführen. Das ist anders, als wenn ich jetzt an der Grundlinie bleiben
würde. Da hätte ich keine Zeit mich eben zu bewegen. Zur Technik: wie schlage ich dann
praktisch diesen Ball dahinten? Und das ist im Grunde genommen ein ganz normaler Vorhand
oder Rückhand Topspin Schlag. Als wäre ich mitten in einem Ballwechsel und ich würde
einen Schlag spielen. Ich sollte nicht unbedingt von ganz da hinten einen Slice spielen, denn
von so weit hinter der Grundlinie wäre das sehr sehr defensiv und ich hätte damit Probleme
wieder in den Ballwechsel zu kommen und würde vielleicht sofort den Punkt verlieren. Also
eher einen Topspin spielen von da hinten. Es sollte auf jeden Fall möglich sein, dass
ich mich praktisch zum Ball hin bewege mit mehreren Schritten. Deshalb gehe ich ja zurück.
Denn es hat einen Nachteil wenn ich zurück gehe, nämlich dass die Aufschläge immer
weiter weg fliegen von mir, und ich mich immer weiter bewegen muss. Deswegen muss es möglich
sein, eben einige Schritte zum Ball zu laufen und den Ball vernünftig zu schlagen. Auch
Zeit zu haben auszuholen und richtig durch zu schwingen. Wenn ich mich da bereit stelle
für den Aufschlag, kann ich durchaus auch einen kleinen Splitstep machen, damit ich
gut nach rechts und links eben weglaufen kann. Aber es ist ein bisschen anders wie jetzt
zum Beispiel bei einem Voley oder wenn ich einen Aufschlag sehr früh retourniere. Der
Splitstep ist nicht ganz so wichtig. Ich kann auch einfach nur locker dastehen, denn ich
will ja nicht nur einen Schritt schnell rechts oder links machen, sondern ich muss mich ja
bewegen, ich muss laufen. Das ist also da ein großer Unterschied zu einem Aufschlag,
den ich früh annehme. Jetzt was für einen Schlag sollte ich dann am besten taktisch
spielen von dort hinten? Auf jeden Fall einen Topspin. Wichtig ist, dass ich eine gute Länge
in meinem Schlag habe, denn es kann durchaus sein, dass ich eben sehr weit hinter der Grundlinie
stehe. Das kann 5,6 oder sogar 7 m sein, wenn ich einen guten Aufschläger habe. Und da
ist es wichtig, eben eine gute Länge in seinem Return zu haben, einen guten Topspin und den
Ball auch relativ hoch übers Netz zu spielen. D.h. nicht, dass ich einen Ballonball spielen
will, aber schon allein um eine gute Länge von dort hinten zu haben, kann ich den Ball
gar nicht einen halben Meter oder 1 m übers Netz spielen. Sondern das wird sich eher um
2-4 m handeln, die ich den Ball übers Netz spielen werde. Und auch eher in die Rückhandseite
des Gegners. Es soll auch kein langsamer Schlag sein. Ich soll schon richtig Power in den
Schlag legen, damit auch wirklich Druck und Spin rein geht und er schön wegspringt beim
Gegner, so dass er auch Probleme hat, den aggressiv zu spielen. Denn ich muss ja von
dort hinten wieder in die Mitte zurückkommen und mich bisschen ans Feld ran bewegen. Und
das erreiche ich durch einen richtig guten Heavy Spin kurz vor die Grundlinie, im Optimalfall
in die Rückhand des Gegners. Dann bin ich im Spiel. Jetzt, wie weit ich hinter der Grundlinie
stehe, das variiert. Da muss man wirklich schauen, wie schlägt der Gegner auf? Schlägt
er nicht ganz so hart auf, kommt der Ball wieder in eine angenehme Höhe und spüre
ich, ich habe genügend Zeit, mich zu bewegen, dann kann das 3-4 m sein. Schlägt er besser
auf, wie gesagt, dann muss ich halt eben weiter hintergehen und dann kann das durchaus mal
sechs oder 7 m sein, die ich hinter der Grundlinie stehen muss. Aus dieser Perspektive könnt
ihr sehr gut den enormen Abstand zur Grundlinie sehen. Dadurch kann ich den Kickaufschlag
meines Trainingspartners gleich sehr gut umlaufen und mit meiner Vorhand einen guten langen
hohen Spin in die Rückhand des Gegners spielen und dann sofort mit meiner Vorhand weiter
Druck aufbauen. Und jetzt ist die Frage: wann setze ich praktisch diese Art des Returns
von so weit hinter der Grundlinie ein? Und da ist es eben wichtig, dass man eben merkt,
wenn man das versucht, dass sich das auch wirklich rentiert, dass man so weit hinter
die Grundlinie geht. Dass man Zeit hat, sich zum Ball zu bewegen und einen vernünftigen
aggressiven Heavy Spin zu spielen und noch richtig auf den Ball draufhauen kann und Druck
entwickeln kann. Es kann durchaus sein bei sehr starken Aufschlägern, dass es, obwohl
man weit zurück geht, nicht möglich ist, noch einige Schritte zum Ball zu laufen, weil
der Aufschlag einfach zu schnell ist und nicht genügend an Geschwindigkeit verliert bis
dort hinten. Und dann ist es auch keine gute Idee, weit zurück zu gehen. Denn je weiter
ich nach hinten gehe, desto weiter fliegen die Bälle auseinander, desto größer wird
der Winkel und dann brauche ich auch die Zeit, mich zu bewegen. Und wenn der Aufschlag zu
schnell ist und ich kann mich nicht bewegen, dann kriege ich ein Ass nach dem anderen.
Sodass es eben durchaus sinnvoll ist, bei sehr guten Aufschlägern eher von vorne zu
retournieren. Das ist jetzt ein Widerspruch vielleicht, und einige denken sich: Ja aber
das macht doch keinen Sinn. Wenn einer hart aufschlägt, dann gehe ich weit zurück. Wenn
einer noch härter aufschlägt, dann gehe ich noch weiter zurück. Das ist etwas, das
ich nicht mache. Sondern ich retourniere von weit hinten, wenn ich merke, ich habe die
Zeit und ich kann den Ball schön auslaufen. Wenn einer extrem hart aufschlägt und ich
spüre, ich bin dort hinten auf verlorenem Posten. Ich kann mich nicht zu dem Ball bewegen,
ich kann nicht vernünftig schlagen, dann bleibe ich eher vorne und nehme diese Aufschläge
früh, obwohl sie schneller sind wie die anderen. Und da muss man eben immer schauen. Es gibt
eben verschiedene Dinge, auf die man achten muss, ob man eben die Zeit hat da hinten oder
nicht. Und das ist eben jetzt zum ersten der Gegner, wie ich gerade gesagt habe, aber es
kommt natürlich auch auf den Belag an. Wenn ich auf extrem langsamen Belägen spiele,
dann wird ja der Ball wieder abgebremst, der Aufschlag des Gegners, und das ist gut. Dadurch
kann ich wieder zurück gehen und kann den Ball schön auslaufen. D.h. gerade bei langsamen
Belägen, bei Sand, bei langsamem Hartplatz, kann ich wunderbar nach hinten gehen, kann
alle Aufschläge auslaufen und einen schönen langen Spin ins Feld spielen und der Ballwechsel
geht los. Bei Gegnern die nicht zu hart aufschlagen ist es eben auch ganz gut möglich. Bei Gegnern
die vielleicht eher mit viel Slice und Kick aufschlagen und nicht zu hart ist es auch
ganz gut möglich. Und dann muss ich natürlich auch noch schauen, was liegt mir. Wenn ich
da hinten super schnell bin und ich mag’s einfach so zu retournieren, dann ist es natürlich
eine Variante, die man öfter einsetzt. Bestes Beispiel ist da Raphael Nadal. Er steht immer
sehr weit hinten, bewegt sich halt super und retourniert sehr gut und sehr sicher von dort
hinten. Und pures Gegenteil ist zum Beispiel Andre Agassi früher, der einfach eine Wahnsinns-Reaktion
hatte und immer auf der Grundlinie stand und die Aufschläge eben alle früh genommen hat
und es nicht notwendig war überhaupt mal hinter die Grundlinie zu gehen. Also die Vorliebe
und Stärke von einem selbst spielt natürlich auch eine wesentliche Rolle dabei. Dann wären
wir eben noch bei den Vor- und Nachteilen des Returns. Wenn ich von ganz da hinten retourniere,
habe ich den Vorteil, also solange es klappt, solange es funktioniert, solange ich spüre
ich habe die Zeit, mich zum Ball zu bewegen, dann habe ich den Vorteil, dass ich relativ
sicher retournieren kann, solide. Ich mache bei dieser Art des Returns nicht sehr viele
Fehler, denn ich habe ja Zeit, der Ball wird langsamer, der Ball fällt herunter in eine
angenehme Höhe, ich stehe weit hinten und kann erst mal einen langen höheren Spin ins
Feld spielen und mache wenig Fehler. Das ist ein großer Vorteil für diese Art zu retournieren.
Und auch die Art des Returns, so ein Heavy Spin, 2, 3, 4 Meter übers Netz, vor die Grundlinie,
ist kein einfacher Ball für den Gegner. D.h. man retourniert sicher und spielt dem Gegner
doch einen unangenehmen Ball hin, was eigentlich auch ein Vorteil ist. Der Nachteil dieser
Art zu retournieren ist, man ist natürlich in keiner optimalen Position erstmal, denn
man ist eventuell extrem weit hinter der Grundlinie. Wenn der Return misslingt, kann es sein, dass
man gleich einen Winner kassiert oder dass der Gegner einen guten Stopp spielt, so dass
die Position erstmal ein kleiner Nachteil ist. Ein Nachteil ist auch, wenn der Gegner
viel Serve and Volley spielt oder das immer wieder mal einstreut. Es ist relativ schwer
von dort hinten zu passieren und indem ich jetzt einen langen Spin 3 m übers Netz zurückspiele,
das ist auch nicht gerade ein guter Passierball. Also wenn der Gegner ans Netz kommt, wird
er den relativ leicht abfangen, sodass ich das erkennen muss und dann praktisch einen
relativ flachen, aggressiven Return von dort hinten spielen muss, was nicht ganz einfach
ist. Ja, so viel zu meinem ersten Return-Video.
Ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr könnt damit etwas anfangen. Ich wünsche euch viel
Spaß beim trainieren und das nächste Mal wird’s dann aggressiver, was den Return betrifft.
Bis dann, tschüss.

11 comments

  1. Wie immer sehr informativ Markus, aber was wenn der Aufschläge meine Position so weit hinten für einen extrem kurzen Aufschlag nutzt?

  2. Very interesting video. For a one-handed backhand, what starting grip do you recommend on the return? Continental/neutral?

  3. Hallo Markus
    Köntest du mal ein viedeo machen in dem du Roger Federers Einhändige Rückhand erklärst?
    Würde mich sehr freuen

  4. Hi Markus, are you planning to release the video for the aggressive return soon? Really looking forward to seeing and learning from that one. Cheers.

  5. Ich glaube dies ist das erste Youtube-Video was ich gesehen habe, was kein einziges 'Daumen runter' bekommen hat

  6. Hallo Markus,
    Ich folge gerne deine Videos, die erklären besser wie kompliciert aber auch schön Tennissport ist. Danke dafür.
    Mag ich dich fragen was dein favoriete Tennisschlager ist und was sind die Specs davon, bitte?
    Vielen Dank und viele Grüssen aus Belgien.

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